Systemische Perspektiven auf den Hochschulbetrieb

Interdisziplinäre Grenzgänge

In Tübingen und Berlin studierte ich Empirische Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie, Gender Studies, Politikwissenschaft sowie Allgemeine Rhetorik. Meine Promotion über die Unternehmenskultur eines mittelständischen Produktionsbetriebes ist in der Soziologie angesiedelt. Mir ist also ein breites Fächerspektrum vertraut. Besonders interessieren mich die Schnittstellen der verschiedenen kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen.

Mein langjähriges Forschungsfeld ist „Erwerbsarbeit, Arbeitsorganisation, Gender“, mit Schwerpunkt auf der Analyse institutionalisierter Machtverhältnisse. Mein Blick ist geschult an der feministischen Wissenschaft.

Langjährige (außer-)universitäre Forschungserfahrungen

In meiner Magisterarbeit beschäftigte ich mich mit den Faktoren, welche die Implementierung von Gender Mainstreaming in die organisationalen Strukturen und Abläufe erschweren. Empirische Basis waren leitfadengestützte Interviews mit Gleichstellungsbeauftragten verschiedener öffentlicher Institutionen. Als Doktorandin blieb ich bei der Arbeits- und Organisationsforschung und betrieb eine mehrmonatige Feldforschung in einem mittelständischen Familienunternehmen.

Nach Fertigstellung der Dissertation führte ich in leitender Position drittmittelgeförderte Forschungsvorhaben für die Unique GmbH durch – ein außeruniversitäres, sozialwissenschaftliches Forschungs- und Beratungsinstitut in Berlin. Hier schrieb ich Projektanträge, erstellte Forschungsdesigns, erhob und wertete empirische Daten aus, publizierte die Ergebnisse. Besonders am Herzen lag mir das Projekt „ENTER!“ zur Aufstiegsförderung von Frauen in Unternehmen der Privatwirtschaft.

Umfangreiches Feldwissen über Hierarchien an Hochschulen

Während der Promotionszeit war ich Stipendiatin eines kultur- und sozialwissenschaftlichen Graduiertenkollegs an der Universität Marburg. Einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Kräfte musste ich dafür aufwenden, Orientierung in dem hierarchisch strukturierten Abhängigkeitsverhältnis zu finden, in dessen Rahmen (nicht nur) meine Doktorarbeit entstand.

Im intensiven, mehrjährigen Austausch mit den Kolleg_innen des Graduiertenkollegs sowie einer Forschungssupervisionsgruppe dachte ich über die Handlungsspielräume und -grenzen von Nachwuchswissenschaftler_innen nach. Dadurch und dank der Lektüre einschlägiger empirischer Studien erschlossen sich mir die subtilen Praktiken, mit denen die Institution Hochschule Wissenschaftler_innen hervorbringt.